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Gründung und Entwicklung der Kinderschutzakademie

2004 wurde die Kinderschutzakademie von Marion Luksch, BA pth. gegründet. Seit 1989 konnte sie Sachwissen im Umgang mit Gewalt, sexuellem Missbrauch und Vernachlässigung in verschiedenen Kontexten, durch die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und vielfältigen Experten und Spezialisten, sammeln.

Damit entstand in Österreich das erste Angebot zur Erwachsenenbildung in diesem Bereich, welches mittlerweile ein interdisziplinäres Team von sechs MitarbeiterInnen umfasst.

Im ersten Projekt der Kinderschutzakademie wurde dem Bedarf nach spezifischem Fachwissen bei neuen MitarbeiterInnen und PraktikantInnen des möwe – Kinderschutzzentrums Rechnung getragen und Schulungen zur Kinderkrisenintervention für die MitarbeiterInnen durchgeführt.
Da auch anderen Berufsgruppen von stetig sich verändernden rechtlichen und psychosozialen Grundlagen betroffen sind, werden Kinderschutzschulungen für die berufliche Fortbildung angeboten. Zertifizierungen von Bundesländern sind teilweise vorhanden, dadurch ist eine Förderung der TeilnehmerInnen durch die jeweiligen Länder möglich.

Da oftmals ein Gefühl von Unsicherheit und Ratlosigkeit herrscht, was die „richtige“ Vorgehensweise oder Möglichkeiten im Falle einer Kindeswohlgefährdung betrifft, steht folgendes Ziel im Vordergrund:
Sensibilisierung und Schulung von Fachpersonal auf körperliche, psychische und sexuelle Gewalt an Kindern, um ein gewaltfreies Heranwachsen zu ermöglichen sowie Erweiterung der Kenntnisse  um Vernachlässigung und den Umgang damit. Die TeilnehmerInnen erfahren, welche Schritte in gesetzlicher sowie in psychosozialer Hinsicht hilfreich, welche Kooperationen in Hinblick auf den Kinderschutz nötig sind und wo spezielle Institutionen zur Hilfe bereit stehen. 
In diesem Sinn sieht sich die Kinderschutzakademie als Bildungseinrichtung veranlasst, Erwachsene und Kinder auf spezielle Kinderschutzeinrichtungen wie auf die österreichischen Kinderschutzzentren und auf die Kinderschutzgruppen in den Schwerpunktkrankenhäusern hinzuweisen. 

Das für den Kinderschutz nötige (Erfahrungs-)Wissen wird auf Basis der gesetzlichen Grundlagen Österreichs, sowie der UN Kinderrechtskonvention und der EU Menschenrechtskonvention vermittelt.

Da Kooperation im Kinderschutz eine der wichtigsten Grundlagen darstellt, liegt ein besonderer Schwerpunkt in der Vernetzung der verschiedenen Berufsgruppen.
Neben der Kinderschutzschulung werden Seminare zur ganzheitlichen Prävention, sowie zu Kinderschutz im interkulturellen und im therapeutischen Kontext angeboten.
Auch zum Thema Diversity Management gibt es ein Basisseminar sowie ein weiterführendes Seminar.

Zudem wird versucht, im Zuge von Kooperationen, neue Angebote zu erstellen.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk (seit 2008) werden jedes Schuljahr
100 geförderte Projekte im Bereich Sexual- und Gewaltprävention für Schulklassen, PädagogInnen und Eltern in Wien und Niederösterreich zur Verfügung gestellt.

Eine weitere neue Kooperation gibt es mit den PräventionsbeamtInnen der Kriminalpolizei. Dies ermöglicht es Erziehungsberechtigten im Rahmen des Elternabends auch Fragen nach rechtlichen Belangen zu stellen.

Ein weiteres Angebot ist die Krisenintervention bei Gewalteskalationen in Schulklassen, welches ebenfalls die PädagogInnen und Eltern einbezieht. Ziel ist es, nach einer Risiko- und Ressourceneinschätzung,  gemeinsam Lösungen zu entwickeln und den Schutz der Minderjährigen vor weiteren Eskalationen herzustellen.

Da es im Kinderschutz auch immer wieder neue Erkenntnisse und Entwicklungen gibt, werden alle Angebote sowohl thematisch, als auch inhaltlich, didaktisch und methodisch angepasst.
Weiters legt die Kinderschutzakademie neben der Praxis auch Wert auf wissenschaftliches Arbeiten im Bereich der doch eher neuen Thematik des Kinderschutzes.